Gesundheit

ADAC fordert: Seitencrash muss verpflichtend für Zulassung von Kindersitzen werden

Seit mehr als zehn Jahren führt der ADAC im Rahmen seines jährlichen Kindersitztests Seitencrashs durch. Immer wieder werden Sitze mit "mangelhaft" bewertet, weil sie den Anforderungen in dieser Kategorie nicht gerecht werden. Dennoch dürfen diese gefährlichen Sitze weiterverkauft werden.

24.05.2012

 Der Grund: die amtliche Zulassung von Kindersitzen, die in der EU-Norm ECE-R 44-04 geregelt ist. Sie stellt nur eine Mindestanforderung dar - die Sicherheit für Kinder im Seitenaufprall wird bisher noch nicht geprüft. Es existieren zwar Planungen bei den EU-Zulassungsgremien, konkrete Zusagen oder Termine gibt es aber nicht.

Der Seitencrash-Test ist laut ADAC so wichtig, weil im Seitenbereich der Fahrzeuge nur eine geringe Knautschzone zur Verfügung steht. Das Verletzungsrisiko ist dadurch deutlich höher als bei den häufigeren Frontalkollisionen. ADAC Vizepräsident für Technik Thomas Burkhardt: "Der Seitencrash muss baldmöglichst fester Bestandteil für die amtliche Zulassung eines Kindersitzes sein. Es kann nicht sein, dass solch mangelhafte Produkte weiter frei verkäuflich sind. Die Politik muss jetzt endlich im Sinne des Schutzes aller Kinder handeln."

Im aktuellen ADAC Kindersitztest wurden 33 Kindersitze aus allen Gewichtsklassen auf Sicherheit (Frontcrash mit 64 km/h, Seitencrash mit 50 km/h), Bedienung und Ergonomie, Reinigung und Verarbeitung untersucht sowie einer Schadstoffbelastungsprüfung der Bezüge unterzogen. 

Quelle: ADAC vom 23.05.2012

Redaktion: Anneli Starzinger

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