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Bild: stock.xchng / asifthebes

Hamburg: Hausbesuchsprogramm für Familien wird ausgebaut

100 Familien mit Kindern werden mit HIPPY betreut und gefördert

Birgit Schnieber-Jastram, Zweite Bürgermeisterin und Präses der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz „Ich begrüße die von Annemarie Dose, der Gründerin der Hamburger Tafel, angestoßene Diskussion zum Missbrauch von Hilfsangeboten und wachsender Versorgungsmentalität. Sie legt damit den Finger in eine Wunde, die öffentlich nur ungern diskutiert wird: Vielen Familien in schwierigen Lebenssituationen ist allein mit finanziellen Unterstützungsleistungen nicht geholfen“.

„Der Hamburger Senat hat deswegen in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Projekten und Initiativen auf den Weg gebracht, um Mütter und Väter in ihrer Elternkompetenz zu stärken und die Kinder zu fördern.“ Mit dem Ziel, insbesondere zugewanderte Familien zu unterstützen und die Bildungschancen der Kinder zu erhöhen, ist das Hausbesuchsprogramm HIPPY zum Jahresbeginn 2008 weiter ausgebaut worden: Statt 50 Familien wie in 2006 und 2007 werden in diesem Jahr doppelt so viele Familien betreut. Die finanzielle Zuwendung der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz (BSG) erhöht sich 2008 auf 123.000 Euro. Im Jahr 2005 lag sie bei 21.000 Euro.

Das pädagogische Hausbesuchsprogramm HIPPY (Home Instruction Program for Preschool Youngsters) ist im Januar 2005 in Hamburg mit 20 betreuten Familien gestartet. Nachdem in den Jahren 2006 und 2007 jeweils 50 Familien am Hausbesuchsprogramm teilnahmen, ist die Zahl der betreuten Familien für 2008 auf 100 verdoppelt worden. Fünf neue Gruppen mit jeweils zehn Familien entstehen in den Stadtteilen Bergedorf, Harburg, Wilhelmsburg, Osdorf und Billstedt. Die Betreuung der Familien erfolgt durch insgesamt zehn Hausbesucherinnen und erstreckt sich auf 18 Monate, in denen unter anderem die Lernfähigkeit der Kinder im Sinne einer guten Schulvorbereitet gefördert und die Mütter als natürliche Erzieherinnen ihrer Kinder unterstützt werden. Die ersten Hausbesuche haben bereits stattgefunden.

Bürgermeisterin Birgit Schnieber-Jastram: „Das Hausbesuchsprogramm HIPPY  setzt genau dort an, wo die Familien mit vielen herkömmlichen Hilfen wie Transferleistungen nicht erreicht werden. Der Senat hat im vergangenen Jahr zahlreiche weitere Maßnahmen initiiert und ausgebaut, die Familien niedrigschwellig und frühzeitig erreichen, damit sie ihre schwierige Lebenslage bewältigen und überwinden. Diesen gezielten Ausbau von Angeboten wollen wir im Interesse der Familien und Kinder auch in den kommenden Jahren fortsetzen.“

Folgende Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Familienförderung wurden im Jahr 2007 neu eingerichtet beziehungsweise erweitert:

* Die ersten 15 von insgesamt 22 Eltern-Kind-Zentren haben ihre Arbeit aufgenommen. (Volumen 2007 und 2008 insgesamt 4,1 Mio. Euro)

* Drei neue Familienhebammen-Projekte wurden eingerichtet, sodass es insgesamt 16 Familienhebammen-Projekte in Hamburg gibt.

* Fünf neue Modellprojekte früher Hilfen werden gefördert. Es handelt sich um die „Familiengesundheitslotsen“ im Bezirk Altona, die „Nestlotsen“ im Bezirk Bergedorf, die „Frühen Hilfen Süderelbe“ im Bezirk Harburg, das Frühinterventionsprogramm „STEPP“ im Bezirk Nord und die „Frühen Hilfen Tegelsbarg“ im Bezirk Wandsbek mit einem jährlichen Förderbetrag von insgesamt rund 250.000 Euro in 2007.

* Das Projekt „wellcome – Praktische Hilfe nach der Geburt“ hat zwei weitere Standorte (Neu-Allermöhe und Rahlstedt) eröffnet. Das Projekt wird damit in elf Stadtteilen umgesetzt.

* Die Vormittagsbetreuung in den 39 Hamburger Spielhäusern wurde ausgebaut (Volumen: 780.000 Euro in 2007)

* 200 Fachkräfte der Jugendhilfe wurden zu Kinderschutzfachkräften fortgebildet. Eine Fortbildung von weiteren 200 Fachkräften wird im Jahr 2008 beginnen.

* Außerdem wurden 2007 mit 59.069 Kindern rund 3.000 Kinder mehr im Kita-Gutschein-System betreut als 2006.

Die Aufwendungen der Kinder- und Jugendhilfe belaufen sich 2007 auf rund 652 Mio. Euro (575 Mio. Euro waren es in 2002). Allein bei den Hilfen zur Erziehung hat Hamburg laut Haushaltsansatz 2007 mehr als 170 Mio. Euro aufgewendet, für Kindertagesbetreuung rund 377 Mio. Euro.

Quelle: Pressemitteilung der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz Hamburg vom 08.01.2008

ak

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